Wissens-Vortrag von Daniel Meyer (Creditreform Koblenz)

Überschuldung junger Menschen –

Förderung von Finanzkompetenz

 

Wofür gebe ich eigentlich mein Geld aus? Und was passiert, wenn ich mehr Geld ausgebe, als ich verdiene? – Mit Fragen wie diesen lud Herr Daniel Meyer von der Creditreform Koblenz die Schüler:innen der NAOS am Dienstag, den 20.06.23, zum kritischen Nachdenken über das eigene Konsumverhalten ein. In einem interaktiven Wissens-Vortrag erläuterte der Finanzfachmann nicht nur, wie ein bewusster Umgang mit Geld gelingen kann, sondern auch, welche Konsequenzen ein finanzieller Kontrollverlust mit sich bringt.

 

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Creditreform veranschaulichte Herr Meyer den Zuhörer:innen anhand des Online-Shoppings, wie persönliche Informationen von verschiedenen Anbietern abgefragt und schließlich genutzt werden, um im Hintergrund – noch vor Abschluss des Bestellvorgangs – eine Bonitätsprüfung der potenziellen Käufer:innen durchzuführen. Die leitende Frage sei dabei stets: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Kunde/eine Kundin die Rechnung auch tatsächlich bezahlen kann und wird?

 

Zudem spielte Herr Meyer die Kette der Ereignisse durch, die eintritt, sollten Produkte oder Leistungen dauerhaft nicht bezahlt werden: Angefangen bei Zahlungserinnerung, Verzug und Mahnung über den Inkasso-Prozess und die Vollstreckung bis hin zur Überschuldung, Vermögensauskunft oder Privatinsolvenz – wer einmal in der Schuldenspirale stecke, komme nur schwer aus eigener Kraft wieder heraus, so Meyer. Hilfe könne man in solchen Fällen bei Schuldnerberatungsstellen in Anspruch nehmen, deren Angebote oft kostenlos seien.

 

Dass (und wie schnell) besonders Jugendliche sich verschulden können, demonstrierte der Referent anhand des lebensnahen Beispiels eines jungen Paares, das – trotz scheinbarer finanzieller Absicherung – bereits nach kurzer Zeit den Überblick über die eigenen finanziellen Möglichkeiten verliert. Die häufigsten Gründe für eine hohe Verschuldung im jungen Alter seien vor allem der wiederholte Kauf auf Raten, eine schlechte Wirtschaftsplanung und ein geringes Einkommen zu Beginn des Berufslebens. Begünstigt würden solche Schicksale darüber hinaus durch verlockende Angebote zahlreicher Unternehmen: 0%-Finanzierung, (vermeintlich) kleine Raten, Kauf auf Rechnung oder versteckte In-App-Käufe.

 

Schließlich betonte Herr Meyer die Wichtigkeit der jährlichen Selbstauskunft, die jeder Bürger/jede Bürgerin nach Vollendung des 18. Lebensjahres einfordern könne und beispielsweise für die Wohnungssuche wichtig sei, da positive Zahlungsinformationen zu einer Erhöhung der Chancen bei der Auswahl durch den Vermieter führen könnten. Mit dem Appell „Erst sparen, dann kaufen!“ und dem Hinweis auf freie Ausbildungsstellen bei Creditreform Koblenz (Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement – m/w/d) verabschiedete sich Herr Meyer und dankte den Schüler:innen für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse.

Text und Bilder: Sarah Smetiprach

 

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