Reisen bildet –

das gilt auch für Auszubildende im Handwerk. 


Für viele Studierende ist es nahezu selbstverständlich, ein Semester im Ausland zu absolvieren und somit den eigenen Horizont zu erweitern. Bei Auszubildenden, insbesondere im Handwerk, ist das nicht die Regel sondern eher eine Ausnahme. Obwohl dies schon seit 2005 möglich und gesetzlich geregelt ist. Den Meisten ist das ebenso wenig bekannt wie die verschiedenen Förderprogramme zu einer finanziellen Unterstützung.
Die BBS Nicolaus-August-Otto Schule in Diez hat es sich, mit Blick auf eine moderne und international ausgerichtete Berufsbildung, zur Aufgabe gemacht, auch den Auszubildenden im Handwerk, Einblicke in internationale Möglichkeiten in der Ausbildung zu öffnen.
Erste Schritte wurden mit Unterstützung von Frau Petra Laudemann, Mobilitätsberaterin der HWK-Koblenz, in den Ausbildungsgruppen zum Maler & Lackierer oder Fahrzeuglackierer initiiert.
Von Auslandserfahrungen Erfahrung profitieren aber nicht nur die reisenden Auszubildenden, sondern letztendlich alle an Ausbildung Beteiligten wie Schule und Betriebe.
Betriebe, die ihrem Fachkräftenachwuchs berufsbezogene Auslandsaufenthalte ermöglichen steigern zudem ihre Attraktivität als Ausbildungsbetrieb und verbessern somit ihre Position im Wettkampf um leistungsstarke Bewerber. Die gesammelten fachlichen und kulturellen Erfahrungen öffnen darüber hinaus für die Auszubildenden Berufsperspektiven auf ausländischen Märkten und setzen Zeichen für eine moderne Berufsbildung mit Blick auf europäische und außereuropäische Märkte im Handwerk. Kleine und mittlere Betriebe benötigen verstärkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die mobil, flexibel und international erfahren sind.
Den Auszubildenden öffnen sich zusätzlich neue Denkansätze und ein Vergleich zu ihrer eigenen nationalen Arbeit. In einer globalisierten Wirtschaft ist gerade die Fähigkeit, in einem internationalen Umfeld zu lernen und zu arbeiten, eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben.
Auch der Aspekt der Persönlichkeitsbildung steht bei einem Auslandaufenthalt im Fokus. Ein Praktikum im Ausland bietet Gelegenheit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, Sprachkenntnisse zu verbessern und sich persönlich sowie fachlich weiter zu entwickeln. Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Flexibilität, Weltoffenheit und interkulturelle Erfahrungen zählen zu Kompetenzen, welche auch in dem weiteren Berufsleben nach einer Ausbildung eingesetzt werden können.
Das Programm wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Europäische Kooperationspartner sind unter anderem Irland (Mallow, Cork), England (Norwich, Birmingham), Österreich (Wien), Spanien (Valencia), Frankreich (Dijon), Finnland (Helsinki, Kuopio) undItalien (Vicenza).
Auszubildende und Betriebe erhalten eine umfangreiche Unterstützung in Planung und Organisation von Reise, ausländischen Praktikumsbetrieb und Unterkunft. Darüber wird das dreiwöchige Praktikum mit bis zu 1.100 Euro Fördermittel unterstützt, die keine Rückzahlung erfordern.
Ergänzende Informationen können direkt bei Frau Petra Laudemann erfragt werden, oder sind unter www.hwk-koblenz.de/mobira einsehbar.
Schule möchte hier ebenfalls als Unterstützer für alle interessierten Auszubildenden bei der Überlegung, Planung und Organisation eines internationalen Lernens und einer internationalen Berufsbildung zur Verfügung stehen.
Frei nach dem Zitat “Die eingeschränkteste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.” (Frei nach Alexander Freiherr von Humboldt) will Schule auch hier den Kompetenzerwerb auf fachlicher, sozialer und persönlicher Ebene durch internationale Erfahrungen stützen und erweitern. (Artikel und Bilder vom Julia Lang)

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