Diez. Da würde mancher Ausbildungsbetrieb staunen: 53 Projekte, die die Nikolaus-August-Otto-Schule (NAOS) beim Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentierte, kehrten das Innere der Bildungsstätte gut sichtbar nach außen. Zu sehen war ein beeindruckender Querschnitt vom Schulalltag an der Königsberger Straße, zu erleben ein weites Spektrum von Informationen aus Theorie und Praxis.
"NAOS – live erleben" – unter diesem Motto waren Schüler der Vollzeitschulformen und die Auszubildenden angetreten, um Wissen und Können all jenen zu präsentieren, die sich einfach nur interessieren oder demnächst selbst vielleicht zur Schulgemeinschaft gehören wollen. Die Veranstalter, in diesem Fall nahezu ausnahmslos Schüler, hatten nicht zu viel versprochen mit dem Hinweis, viel Kreativität und persönliches Engagement investiert zu haben.
Ob nun mit nur einer Wiegung herauszufinden ist, welcher unter den zehn Säcken mit Münzen voller Falschgeld ist oder wieviele Autos und Motorräder sich hinter 640 Reifenwechsel verbergen… Nicht immer kamen Gleichungen mit zwei Unbekannten als knifflige Knobelaufgaben daher. Manchmal war die Arbeit auch schon erledigt – wie bei den jungen Berufsfachschülern, die sich auf die Spuren des Diezer Freizeitangebots machten. Was machen junge Leute, die neu in die Stadt kommen, die Kontakte suchen, die Freizeit gestalten möchten? Die Schüler suchten, probierten aus und fassten die Ergebnisse im Rahmen der Textverarbeitung in einem Flyer zusammen. Und wer weiß, vielleicht ist das Produkt demnächst in etwas größerer Auflage als Ratgeber in der Öffentlichkeit zu finden. Dass schon mal richtig zugepackt werden muss, ließ sich Schulleiter Walter Ellermeyer am eigenen Leib demonstrieren: als Pflegefall.
Erstmals hatte sich die Schule zum Tag der offenen Tür mit diesem Großaufgebot präsentiert. Angestoßen von der AG Kommunikation griff die Jugendgemeinschaft der NAOS die Idee auf. Bereits vor den Sommerferien wurde ein Konzept entwickelt, um Schule und Schulklima zu transportieren, etwas zusammenzumachen, sich kennenzulernen. Also wurde nach Schwerpunkten gesucht, eine Auswahl vorgenommen und in zwei Projekttagen der Feinschliff gegeben. Von Sinneserfahrungen bis hin zum Zerlegen reichte das Spektrum des dargestellten Lehrstoffs, bei dem jeder selbst ausprobieren und mitmachen können sollte.
Also wurden Berufsbilder vom Assessment-Center (Bank) über den Bürokaufmann bis zum Sanitär- und Heizungsinstallateur vorgestellt, Informationen gegeben über das berufliche Gymnasium, über Schüleraustausch, europäische Schulprojekte, allgemeine Schulformen und Schülervertretung. Dazu gab es praktische Vorführungen und Spiele. Ein Insektenhotel wurde gebaut, der Fahrdynamik im Pkw nachgegangen, Wasser untersucht, grafisches Programmieren geübt, historische Landwirtschaftstechnik gezeigt oder zum Besuch des Sinnesparcours eingeladen.
Ausbildungsbetriebe hatten die Möglichkeit, Nachwuchswerbung zu betreiben und Schüler die Chance, die Arbeit der Mitschüler kennenzulernen. Für viele vollkommen neue Einblicke.hbw (hbw)
Artikel vom 30. Oktober 2011